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citation ENG frame semantics  SPA semántica de marcos

 

 

source  Ursprung

Der Begriff Framesemantik wurde in den 1970er Jahren vom Begründer der Theorie, Charles Fillmore, geprägt. Frame erscheint jedoch in verschiedenen Veröffentlichungen zu dieser Zeit, z. B. von Marvin Minsky (1975) oder Irving Goffman (1974), und ähnelt anderen damals eingeführten Konzepten wie Skript und Schema (siehe Tannen 1979; Busse 2012 zur Entwicklung dieser Konzepte). Der Begriff Frame hat einige Wurzeln in der Arbeit von Linguisten zu Wortfeldern (z. B. Trier 1973); eine weitere Quelle für das Konzept des Frames ist Bartletts (1932) Schematheorie aus der Psychologie, in der er feststellte, dass Erinnerungen nicht nur Speicher von Reizen sind, sondern nach bestehenden, sich entwickelnden Mustern konstruiert werden.

 

other denominations  andere Bezeichnungen

scenes-and-frames-Semantik (obs.)

 

summary  Zusammenfassung

Die Framesemantik befasst sich mit der empirischen Untersuchung der Verbindung zwischen sprachlichen Einheiten und mentalen Konzepten, und wie deren vielfältige Beziehungen untereinander das Verständnis von Sprache ermöglichen. Ein Schlüsselkonzept ist der Frame, ein System miteinander verbundener Konzepte, wie z. B. der Frame Sippe mit Rollen wie VERWANDTE, Attributen dieser Entitäten, Beziehungen zwischen ihnen usw. Frames sind somit mentale Strukturen, mit deren Hilfe wir Ausschnitte wahrgenommener Realitäten, sogenannte Szenen, kategorisieren und sie mit prototypischen Eigenschaften, Entitäten, Handlungslogiken usw. in Beziehung setzen. Sie sind u.a. von unseren individuellen und kulturellen Hintergründen, Überzeugungen und Erfahrungen geprägt.

In diesem Beitrag wird die Theorie der Frame-Semantik vorgestellt und wie sie für die Analyse und die Übersetzungsmethode fruchtbar gemacht wurde. Zu den Herausforderungen zählen die Multiperspektivität von Szenen und systematische Unterschiede in konzeptuellen Strukturen, die typischerweise in einer Sprache kodiert sind. Verschiedene andere Faktoren können ins Spiel kommen, die bestimmen, welcher Teil einer Szene sprachlich kodiert wird, was zu Unterschieden darin führt, welche Frames in einem Original und seinen Übersetzungen ausgedrückt werden. Trotz dieser potenziellen Unterschiede können wir auf der Grundlage einer Frame-Analyse oft immer noch semantische Ähnlichkeit erkennen, da Frames miteinander in Beziehung gesetzt werden können und die Gesamtszene durch gegenseitige Aktivierung verwandter Frames rekonstruiert werden kann. 

 

data sheet   record

author Oliver Czulo
publication date 2024
reference (how to cite) Czulo, Oliver. 2024. "Framesemantik" @ ENTI (Encyclopedia of translation and interpreting). AIETI.
DOI pending
URL stable https://www.aieti.eu/enti/frame_semantics_DEU

 

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